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Was Bewerber ChatGPT über Sie fragen

Niemand öffnet ChatGPT, um Stellen zu suchen. Er öffnet es, weil er sich ärgert. Die fünf Stufen einer Unterhaltung, die in einer Bewerbung endet.

Kandidaten fragen ChatGPT nach Gehalt, Rechten und Alternativen und am Ende: „Was weißt du über die Firma X?" Nach Stellen suchen sie dort nicht. Dafür gibt es Jobbörsen, die das seit zwanzig Jahren besser können. Viele Betriebe gehen mit der falschen Annahme an KI-Sichtbarkeit heran.

Kandidaten öffnen das Sprachmodell, weil sie unzufrieden sind. Sie wollen mit jemandem darüber reden, der nicht im Betrieb sitzt, nicht zur Familie gehört und keine Meinung über sie hat.

Die fünf Fragen vor der Bewerbung

Die Unterhaltung, die eine Bewerbung auslöst, beginnt mit einem Ärgernis. Die Frage nach offenen Stellen kommt spät. Typischerweise läuft es in dieser Reihenfolge ab:

StufeWas gefragt wirdWas der Betrieb daran ändern könnte
1 · Einordnung „Sind 3.200 brutto für eine Physiotherapeutin mit zwölf Jahren normal?" Entgeltspannen öffentlich machen – sonst rechnet die Maschine mit Portaldurchschnitten
2 · Recht „Muss die Praxis meine Fortbildung bezahlen?" · „Darf mein Chef Samstagsdienste anordnen?" Die eigene Regelung offen benennen, sichtbar außerhalb des Vertrags
3 · Bestätigung „Ist es normal, dass drei Kollegen in einem Jahr gegangen sind?" Nichts – hier entscheidet, was Sie über Jahre getan haben
4 · Alternative „Welche Praxen in meiner Gegend suchen Physiotherapeuten?" Auffindbar sein – oder nicht genannt werden
5 · Prüfung „Was weißt du über die Firma X?" Alles, was über Sie im Netz steht, und zwar in Sätzen, nicht in Bildern

Stufe 1 bis 3 finden statt, ob Sie wollen oder nicht. Stufe 4 und 5 entscheiden Sie mit.

Stufe 5 wird unterschätzt

Hat die Maschine fünf Namen genannt, prüft der Kandidat sie im selben Fenster, ohne den Chat zu verlassen. „Was weißt du über die Firma X?" ist die Frage, bei der viele kleine Betriebe auffliegen.

Über sie steht meist nichts Schlechtes. Über sie steht nichts. Die Antwort lautet dann sinngemäß: „Über diesen Betrieb liegen mir keine belastbaren Informationen vor." Für einen Menschen, der gerade überlegt, sein Leben umzustellen, ist das ein Warnsignal.

Die Firma daneben, über die drei Absätze kommen – Gründungsjahr, Leistungen, Team, ein Satz zur Arbeitsweise –, hat den Vergleich damit gewonnen, ohne einen Euro Werbebudget.

Warum Ihre Bilder in ChatGPT nicht vorkommen

Hier machen viele Betriebe eine unangenehme Entdeckung. Sie haben in den letzten Jahren Geld in Bildsprache gesteckt: Fotos der Räume, Mitarbeiterporträts, ein Imagefilm. Für Menschen ist das sichtbar, für Maschinen unsichtbar.

Ein Sprachmodell liest Text. Es liest, was im Quelltext Ihrer Seite steht, was in Verzeichnissen über Sie steht, was in Artikeln und Bewertungen geschrieben wurde. Ein Video ohne Transkript ist für diese Kette ein schwarzes Rechteck. Eine Grafik mit den wichtigen Zahlen ist ein Bild ohne Zahlen.

Gute Gestaltung schadet nicht. Sie braucht Substanz in Textform daneben. Wie das geht, steht in zitierfähig schreiben.

Was Sie heute tun

  1. Fragen Sie selbst. Öffnen Sie ChatGPT und Perplexity und stellen Sie die fünf Fragen aus der Tabelle über Ihren eigenen Betrieb und Ihre eigene Region. Das kostet zwanzig Minuten und liefert einen unverstellten Statusbericht.
  2. Schreiben Sie auf, was fehlt. Oft fehlt überhaupt etwas, das gefunden werden kann.
  3. Beantworten Sie Stufe 1 und 2 öffentlich. Entgeltspanne, Arbeitszeiten, Fortbildungsregelung. Diese Angaben kommen in solchen Unterhaltungen vor, und selten stellt sie jemand ins Netz. Wer sie hinschreibt, wird zitierbar, siehe Gehalt in der Stellenanzeige.

Bei Punkt drei zögern viele Betriebe zu Unrecht. Die Angaben, die Sie nicht machen, macht die Maschine trotzdem, mit Durchschnittswerten aus Gehaltsportalen, die Ihr Angebot vermutlich schlechter darstellen, als es ist. Wer die Angaben macht, bestimmt das Bild. Wie Ihre Stellen dort ankommen, wo gefragt wird, steht unter Mitarbeiter finden.

Weiter: Der Reality-Check.


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Der nächste Schritt

Drei Betriebe stehen vor Ihnen. Sie bekommen die Anfragen.

Wer in Ihrem Ort sucht, sieht eine Handvoll Namen. Steht Ihrer nicht darunter, ist der Auftrag vergeben, bevor Sie davon erfahren. Im Gespräch erfahren Sie, woran es liegt.

Ablauf des Gesprächs

  1. Vorab prüfen wir, wo Sie bei Google und auf der Karte stehen, welche Betriebe in Ihrem Ort an Ihrer Stelle genannt werden und welche Fragen Ihre Seite einem Suchenden beantwortet.
  2. Im Termin gehen wir die Befunde an Ihrer eigenen Seite durch. Sie sehen, welche Anfragen Ihnen heute verloren gehen und warum.
  3. Am Ende stehen die Maßnahmen, ihre Reihenfolge und der Preis. Rechnet es sich für Ihren Betrieb nicht, sagen wir ab. Das kommt vor.
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