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Inhouse-Recruiting vs. Agentur: der Vergleich

Vier Wege, ein Konstruktionsfehler: Alle fangen bei jeder Stelle neu an. Wo die Schwelle für ein eigenes System liegt.

Eine Werkstatt, Praxis oder Kanzlei mit offener Stelle hat vier Wege zur Auswahl. Alle vier funktionieren. Alle vier haben denselben Konstruktionsfehler – und der zeigt sich nicht bei der ersten Stelle, sondern bei der dritten.

Die vier Wege im Vergleich

WegWas er kostetWas er leistetWas er hinterlässt
Stellenanzeige niedrig, je Schaltung erreicht nur die Fachkräfte, die gerade aktiv suchen nichts
Personalvermittler ein Anteil des Jahresgehalts, je Besetzung eine Besetzung, schnell, mit Netzwerkzugriff nichts
Zeitarbeit Aufschlag auf den Lohn, solange der Einsatz läuft überbrückt Kapazität sofort nichts – der Mensch gehört nie dem Betrieb
Agentur auf Retainer monatlich, ohne Endpunkt laufende Kampagnen und Bewerbungen nichts – Konten und Daten liegen bei der Agentur

Die letzte Spalte ist der eigentliche Vergleich. Nach jeder Besetzung endet die Beauftragung, der Zugang läuft aus, die Erkenntnis darüber, welche Ansprache in Ihrer Region funktioniert hat, geht mit. Bei der nächsten Stelle beginnt derselbe Prozess wieder – mit denselben Kosten und ohne den Vorsprung aus dem letzten Mal.

Warum das auch im kleinen Betrieb ins Gewicht fällt

Weil die Frequenz höher ist, als viele Inhaber glauben. Ein Betrieb mit 15 Mitarbeitern, bei dem jedes Jahr ein oder zwei gehen, besetzt in fünf Jahren fünf bis zehn Stellen – dazu Nachbesetzungen, wenn Ältere in Rente gehen. Das ist kein Sonderfall, sondern der Normalbetrieb.

Wer dabei jede Stelle neu einkauft, kauft nicht einmal. Er kauft jedes Mal wieder.

Was ein eigenes System konkret bedeutet

„Inhouse-Recruiting“ heißt in vielen kleinen Betrieben: Der Inhaber macht Personal nebenbei mit. Das ist kein System, das ist eine Zuständigkeit ohne Werkzeug – und es scheitert regelmäßig am Reaktionstakt, weil der Tag mit Kunden voll ist und die Bewerbung drei Tage liegt.

Ein System besteht aus sechs Teilen, und der Unterschied zur Agentur liegt in der rechten Spalte:

BausteinWas danach im Betrieb bleibt
Stellenprofil mit Aufgaben, Arbeitszeiten, Lohndie Vorlage für jede künftige Stelle
Karriereseite auf der eigenen Domaindie Seite, inklusive Zugang und Quellcode
Stellen maschinenlesbar ausgezeichnet für Google Jobsdie Auszeichnung, die bei jeder neuen Stelle mitläuft
Fester ReaktionstaktAblauf, Textbausteine, Zuständigkeit
Vorauswahl nach fachlichen KriterienFragebogen, Bewertungslogik, Bewerberdaten
Übergabeschriftlich hinterlegt

Ab wann es sich rechnet – und ab wann nicht

Die Schwelle liegt dort, wo Sie jedes Jahr wieder einstellen. Ab da überholt die Summe der eingesparten Vermittlungshonorare den einmaligen Aufbau.

Darunter lohnt es sich in der Regel nicht. Wer nur alle paar Jahre eine Stelle besetzt, lastet kein System aus; ein Vermittler ist dann die günstigere Rechnung. Es gibt Ausnahmen – ein zweiter Standort, mehrere absehbare Abgänge in den Ruhestand, ein neues Leistungsangebot –, aber sie sind Ausnahmen und sollten als solche benannt werden.

Darüber kehrt sich die Rechnung um. Der Aufbau ist einmalig, das Honorar ist wiederkehrend. Wer zwei Stellen im Jahr über einen Vermittler besetzt, zahlt das Honorar in fünf Jahren zehnmal – ohne dass ein einziger Baustein im Betrieb geblieben wäre.

Der ehrliche Einwand

„Wenn das System uns gehört, wovon lebt der Anbieter dann?“ Das ist die richtige Frage, und sie hat eine unbequeme Antwort: davon, jedes Jahr neue Betriebe aufzubauen – nicht davon, dass alte nicht fertig werden.

Genau deshalb können Personalvermittler, Zeitarbeitsfirmen und Retainer-Agenturen dieses Angebot nicht machen. Es greift ihr eigenes Geschäftsmodell an. Wer das für einen Verkaufstrick hält, sollte den Punkt an der einzigen Stelle prüfen, an der er sich zeigt: Laufen Domain, Karriereseite und Konten auf Ihren Namen oder auf den des Anbieters? Diese eine Frage trennt ein System von einer Kampagne zuverlässiger als jede Broschüre.

Die Entscheidungshilfe in vier Fragen

  1. Wie viele Stellen besetzen Sie in einem normalen Jahr? Seltener als eine: Vermittler. Jedes Jahr wieder: eigenes System prüfen.
  2. Wiederholen sich die Rollen? Wer immer wieder Gesellen, Helfer oder Fachangestellte sucht, nutzt für alle dieselbe Karriereseite.
  3. Wie alt ist Ihr Team? Wenn Sie wissen, wer in fünf Jahren geht, kennen Sie Ihren Bedarf bereits.
  4. Was passiert, wenn Sie den aktuellen Dienstleister morgen kündigen? Bleibt etwas? Wenn nein, wissen Sie, was Sie bisher gekauft haben.

Wie Agenturen abrechnen, steht in „Recruiting-Agentur: die vier Preismodelle“. Wie das System im Detail aufgebaut ist, unter Das System.


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