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Google schreibt es seit dem 15. Juni 2026 offiziell hin. 97 % aller Dateien wurden nie abgerufen. Evidenzwert 2,0 von 10 – letzter Platz.

Wenn in Ihrem Angebot für KI-Sichtbarkeit der Posten „llms.txt einrichten" steht, ist das der Punkt, an dem Sie das Gespräch unterbrechen sollten. Nicht, weil die Datei schadet – sie schadet nicht. Sondern weil Google seit dem 15. Juni 2026 offiziell schreibt, dass die Suche sie nicht verwendet.

Im Wortlaut der Google-Dokumentation: „You don't need to create new machine readable files, AI text files, markup, or Markdown to appear in Google Search (including its generative AI capabilities), as Google Search itself doesn't use them." Google hat die Änderung in den offiziellen Dokumentations-Updates unter der Überschrift „Clarifying guidance on llms.txt files" geführt.

Die Zahlen dazu sind noch deutlicher

BefundQuelle
97 Prozent aller gefundenen llms.txt-Dateien wurden nie abgerufen – untersucht wurden 137.210 Domains und 38.360 gültige Dateien, nur rund 1.100 davon hatten überhaupt Zugriffe Ahrefs, Juni 2026
Evidenzwert 2,0 von 10 – letzter Platz von 23 geprüften Faktoren, wörtlich „unable to find any credible evidence" Zyppy, Mai 2026

Zum Vergleich: Der Faktor auf Platz eins derselben Untersuchung – die schlichte technische Abrufbarkeit Ihrer Seite – kommt auf 9,5. Zwischen dem, was verkauft wird, und dem, was wirkt, liegt in dieser Liste der grösstmögliche Abstand.

Warum es trotzdem überall steht

Weil es sich gut verkauft. Eine Datei ist ein greifbares Ergebnis: Man kann sie zeigen, abhaken und in Rechnung stellen. „Wir haben Ihre Website für KI vorbereitet" klingt nach Arbeit und ist in zehn Minuten erledigt.

Die eigentliche Arbeit – technische Abrufbarkeit, klassisches Ranking, Erwähnungen aufbauen, konkrete Angaben statt Adjektive – ist unsichtbar, langwierig und schlecht zu präsentieren. Die Datei ist das Placebo mit dem besseren Beipackzettel.

Fairerweise: Es gibt einen echten Anwendungsfall. Anbieter wie Stripe, Vercel, Cloudflare oder Anthropic pflegen die Datei – für Programmier-Agenten und agentische Browser, die Dokumentation lesen sollen. Wenn Sie eine Entwicklerdokumentation betreiben, ist sie sinnvoll. Ein Maschinenbauer, der Servicetechniker sucht, betreibt keine.

Der Test für Ihre Agentur

Fragen Sie: „Google hat im Juni 2026 dokumentiert, dass die Suche llms.txt nicht verwendet. Woran messen wir dann die Wirkung dieses Postens?"

Drei mögliche Antworten, und alle drei sagen Ihnen etwas:

  • „Das kannte ich noch nicht." Ehrlich, aber es heisst, dass die fachliche Grundlage älter ist als ein Jahr – in diesem Feld eine Ewigkeit.
  • „Google ist nicht alles, andere Modelle lesen es." Dann bitte den Beleg. Die Ahrefs-Auswertung über 38.360 Dateien sagt: 97 Prozent wurden von niemandem abgerufen.
  • „Es schadet ja nicht." Stimmt. Nur ist „schadet nicht" kein Grund, es zu bezahlen.

Und wenn Sie diese Frage einem Anbieter stellen, der bei Ihnen um ein Recruiting-Mandat wirbt, erfahren Sie in dreissig Sekunden mehr über seine Arbeitsweise als in einem einstündigen Pitch.

Was stattdessen auf die Rechnung gehört

Dieselbe Untersuchung, die llms.txt auf den letzten Platz setzt, nennt die Faktoren an der Spitze. Sie sind unspektakulär und sie sind die Arbeit:

  1. Technische Abrufbarkeit (9,5/10) – dazu die technische Abrufbarkeit Ihrer Karriereseite.
  2. Klassisches Google-Ranking (9,4/10). Wer für „Servicetechniker Stelle Landkreis X" nicht rankt, wird auch nicht genannt. KI-Sichtbarkeit ersetzt SEO nicht, sie setzt es voraus.
  3. Erwähnungen statt Backlinks – Erwähnungen schlagen Backlinks.
  4. Zitierfähige Substanz: Zahlen, Quellen, klare Sätze – zitierfähig schreiben.

Nichts davon lässt sich in zehn Minuten abhaken. Das ist der Grund, warum es funktioniert – und der Grund, warum es als Leistung beschrieben werden kann: KI-Sichtbarkeit für Arbeitgeber.

Weiter: Der billigste Doppelhebel.


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