Mitarbeitergewinnung Maschinenbau: 9 Maßnahmen
Nach Wirkung sortiert, nicht nach Aufwand: was ab zwei technischen Stellen im Jahr trägt – und welche vier Maßnahmen Sie streichen können.
Nach Wirkung sortiert, nicht nach Aufwand: was ab zwei technischen Stellen im Jahr trägt – und welche vier Maßnahmen Sie streichen können.
Die meisten Maßnahmenlisten zur Mitarbeitergewinnung sind nach Aufwand sortiert oder gar nicht. Diese ist nach Wirkung pro eingesetzter Woche sortiert, und sie ist für einen bestimmten Betriebstyp geschrieben: Maschinen- und Anlagenbau oder technischer Anlagenservice, 50 bis 500 Mitarbeiter, mindestens zwei technische Stellen im Jahr, keine eigene Recruiting-Abteilung.
Bei dieser Größe verschiebt sich die Frage. Es geht nicht darum, eine Stelle zu besetzen – es geht darum, dass die nächste, übernächste und die in acht Monaten auch besetzt werden. Alles, was nur einmal wirkt, ist in dieser Rechnung eine schlechte Investition. Danach ist die Reihenfolge unten sortiert.
Zwei Zahlen genügen. Die erste beschreibt die Dauer: Eine Fachposition im deutschen Maschinenbau steht im Median 106 Tage offen, jede dritte länger als ein halbes Jahr. Die zweite beschreibt den Markt: Nach der EY-Jobstudie suchen ein Viertel der Fachkräfte aktiv, während ein Drittel zu einem Wechsel bereit wären, ohne zu suchen.
Daraus folgt fast alles. Jede Maßnahme, die nur ausschreibt, bewirbt 6 Prozent des Marktes. Jede Maßnahme, die aktiv zu Menschen geht, hat Zugriff auf das Zehnfache. Deshalb steht keine Jobbörse in den ersten Rängen dieser Liste.
Die billigste Maßnahme mit der größten Wirkung – sie kostet kein Budget, sondern eine Zuständigkeit. Wer sich innerhalb von drei Tagen meldet, spricht mit Kandidaten, die vier Wochen später niemanden mehr am Telefon haben. Ohne benannte Person mit Vertretung funktioniert sie nicht; ein Sammelpostfach ist keine Zuständigkeit. Details in Reaktionszeit im Recruiting.
Kein Anschreiben, kein Lebenslauf, drei Fragen. Ein Zerspaner bewirbt sich nach der Schicht vom Sofa oder gar nicht. Jede Pflichtangabe kostet einen Anteil der Bewerbungen – und zwar überproportional bei den Guten, die es nicht nötig haben. Siehe Bewerbungsprozess mobil optimieren.
Einsatzradius, Schichtmodell, Entgeltspanne, Rufbereitschaft – als Zahl, nicht als Adjektiv. Was nicht dasteht, füllt der Leser mit dem Schlimmsten auf, das er kennt. Fertige Textbausteine je Beruf: Servicetechniker, Industriemechaniker, Zerspanung, Elektroniker Betriebstechnik.
Ein Portalprofil gehört dem Portal. Eine Karriereseite auf der eigenen Domain ist die einzige Fläche, auf der ein Betrieb zeigen kann, was er von den zehn anderen in der Region unterscheidet – und die einzige, die auch dann noch da ist, wenn kein Budget läuft. Sie ist zugleich die Landefläche für alles, was in Rang 7 bis 9 folgt. Siehe Karriereseite Maschinenbau.
Der Kanal mit der besten Trefferquote und der niedrigsten Frühfluktuation – Ihre Leute empfehlen niemanden, mit dem sie nicht arbeiten wollen. Er scheitert fast immer an derselben Stelle: eine Prämie, die zu niedrig ist, um Aufwand zu rechtfertigen, und ein Prozess, in dem der Empfohlene dann trotzdem sechs Wochen wartet. Siehe Mitarbeiterempfehlung.
Bei sechs bis zwölf Monaten Einarbeitung ist die Kündigung im ersten Jahr ein Totalverlust – und sie entsteht meistens nicht im Betrieb, sondern im Bewerbungsprozess davor, durch Versprechen, die der Alltag nicht hält. Eine Besetzung, die bleibt, ist billiger als zwei, die gehen. Siehe Frühfluktuation.
Hier müssen Betriebe sich entscheiden. Sie lesen keine Anzeige. Sie werden angesprochen – über bezahlte Reichweite in den Netzwerken, in denen sie ohnehin unterwegs sind, mit einer Botschaft, die von der Arbeit handelt und nicht vom Unternehmen. Das ist die einzige Maßnahme dieser Liste mit laufendem Mediabudget. Was das kostet und wie sich die Modelle unterscheiden, steht in Social Recruiting Kosten.
Nicht Employer Branding im Agenturformat, sondern die schlichte Frage: Findet ein Techniker, der Ihren Namen hört, etwas, das ihn überzeugt? Bewertungen, Karriereseite, Google-Eintrag, ein paar Bilder aus der echten Halle. Das ist Arbeit für drei Nachmittage und wirkt auf jede spätere Ansprache.
Die längste Wirkung, die späteste. Betriebe mit 50 bis 500 Mitarbeitern, die dauerhaft ausbilden, ziehen ihren Facharbeiterbedarf zu einem erheblichen Teil selbst nach – aber erst nach Jahren. Wer heute eine Servicestelle offen hat, löst sie damit nicht.
| Maßnahme | Warum sie in diesem Segment selten trägt |
|---|---|
| Mehr Jobbörsen buchen | Verdoppelt die Reichweite in denselben 6 Prozent. Zwei Portale statt einem ändern die Zielgruppe nicht. |
| Prämienschlacht beim Gehalt | Wirkt sofort und einmal. Der nächste Betrieb zieht nach, die Struktur bleibt kaputt – und die Bestandsmannschaft rechnet mit. |
| Messeauftritt für Recruiting | Hohe Kosten je Kontakt, falsche Zielgruppe. Facharbeiter im Service gehen nicht auf Karrieremessen. |
| Personalvermittler als Dauerlösung | Rechnet sich bei einer einzelnen Stelle. Ab zwei technischen Stellen im Jahr zahlen Sie jedes Mal neu für etwas, das nichts aufbaut – die Rechnung dazu. |
Erst den Prozess reparieren, dann die eigene Fläche bauen, dann Reichweite kaufen. Wer die Reihenfolge umdreht und Budget auf eine Strecke schickt, die nach drei Klicks ein Anschreiben verlangt, bezahlt Reichweite für Bewerbungen, die nie ankommen. Das ist der häufigste und teuerste Fehler in diesem Segment – und der einzige, der sich in einer Woche beheben lässt.
Tragen Sie sich ein. Sobald in Ihrem Gebiet ein Platz frei wird, melden wir uns – mit einer Einschätzung, nicht mit einem Angebot.
Wie es weitergeht
Systemhaus, keine Agentur
Kein Personalvermittler, keine Retainer-Agentur, keine Zeitarbeit. Wir bauen die Eigenbesetzung einmal bei Ihnen ein und übergeben sie mit Zugängen und Vorlagen. Danach besetzen Sie per Klick – ohne Honorar je Kopf, ohne monatliche Gebühr, ohne uns.
Was mit der Übergabe wegfällt
Was bleibt – in Ihrem Haus
Das Werbebudget zahlen Sie weiter direkt an die Plattform, über Ihre eigenen Konten. Nach dem einmaligen Aufbau fließt an uns nichts mehr – das ist der Unterschied, nicht die Kampagne.
Wie die Eigenbesetzung aufgebaut wird