Zeitarbeit im Servicegeschäft: warum der Kalkulationsfaktor nicht das Hauptproblem ist
Faktor 1,5 bis 2,0 auf unbestimmte Zeit ist teuer. Teurer ist, dass der Kunde jedes halbe Jahr einen anderen Techniker an seiner Anlage sieht.
Faktor 1,5 bis 2,0 auf unbestimmte Zeit ist teuer. Teurer ist, dass der Kunde jedes halbe Jahr einen anderen Techniker an seiner Anlage sieht.
Zeitarbeit ist im Maschinen- und Anlagenbau und im technischen Anlagenservice der schnellste Weg, eine Lücke zu schließen. Der Verrechnungssatz ergibt sich, indem der Stundenlohn mit einem Kalkulationsfaktor multipliziert wird – branchenüblich 1,5 bis 2,0. Darin enthalten sind Direktlohn, Lohnnebenkosten, nicht-produktive Kosten wie Urlaub und Krankheit sowie Gemeinkosten und Marge des Personaldienstleisters.
Über eine Überbrückung von drei Monaten ist das eine saubere Rechnung. Über drei Jahre ist es eine andere. Aber der Faktor ist nicht das eigentliche Problem.
Ein Servicetechniker arbeitet nicht in Ihrer Halle. Er arbeitet an der Anlage Ihres Kunden, unter einem Wartungsvertrag mit zugesagter Reaktionszeit, an Maschinen, deren Historie er kennen muss.
Was der Kunde erwartet, ist nicht „ein Techniker“, sondern derselbe Techniker. Der, der beim letzten Mal die Sonderlösung an der Zuführung gebaut hat. Der, der weiß, warum an dieser Anlage die Standardparameter nicht funktionieren. Der, den der Instandhalter des Kunden beim Vornamen anruft.
Bei Zeitarbeit gehört dieser Mensch nie Ihrem Betrieb. Er kann in vier Wochen woanders sein, und Ihr Kunde sieht dann jemand Neues – wieder. Das ist im Servicegeschäft kein Komfortthema. Nach der Deloitte-Analyse entscheidet die Servicequalität zu 50 Prozent über die Investitionsentscheidung des Kunden, so viel wie Produktqualität und Preis zusammen. Wer die Betreuungskontinuität aufgibt, riskiert nicht den Wartungsvertrag, sondern die nächste Maschine.
Damit das kein pauschales Urteil bleibt: Es gibt Fälle, in denen Zeitarbeit die richtige Wahl ist.
Was in diesen Fällen gilt: Der Einsatz hat ein Ende, das vorher feststeht. Zeitarbeit wird dort teuer und riskant, wo sie zur unbefristeten Ersatzlösung für eine Stelle wird, die eigentlich besetzt gehört.
Bei einem Facharbeiter-Stundenlohn und einem Kalkulationsfaktor von 1,5 bis 2,0 zahlen Sie dauerhaft das Anderthalb- bis Doppelte der direkten Lohnkosten – ohne dass daraus jemals ein eigener Mitarbeiter wird. Über drei Jahre übersteigt die Differenz zur Festanstellung in der Regel jedes Vermittlungshonorar deutlich, und zwar mehrfach.
Zum Vergleich: Ein Personalvermittler kostet 15 bis 25 Prozent des Bruttojahresgehalts, im BDU-Marktschnitt 27,8 Prozent – einmalig. Die vollständige Gegenüberstellung steht in „Was ein Personalvermittler im Maschinenbau kostet“.
Die Frage ist selten „Zeitarbeit oder Festanstellung“. Die Frage ist, warum die Festanstellung nicht zustande kommt – und in den meisten Betrieben liegt die Antwort nicht am Markt, sondern an drei Punkten:
Zeitarbeit löst keinen dieser drei Punkte. Sie überbrückt sie – und je länger sie das tut, desto teurer wird die Überbrückung im Verhältnis zur Lösung.
Wenn Sie heute drei Techniker über Zeitarbeit im Einsatz haben und den Bedarf dauerhaft haben, ist der pragmatische Weg nicht, morgen alles umzustellen. Er ist, parallel den eigenen Zufluss aufzubauen und die Überlassungen auslaufen zu lassen, sobald besetzt ist – idealerweise mit Übernahme derjenigen, die sich bewährt haben.
Wie ein solcher Zufluss aussieht, der nach dem Aufbau dem Betrieb gehört, steht auf der Seite zum Inhouse-Recruiting-System.
Ein Servicetechniker im Außendienst, besetzt in vierzehn Tagen. Ein Zerspaner-Betrieb mit drei Kandidaten für zwei Stellen im ersten Monat. Keine Wunderpille – ein System, das danach im Betrieb bleibt. Im Machbarkeits-Check prüfen wir, ob Ihre Stelle in Ihrem Einzugsgebiet besetzbar ist. Passt es nicht, sagen wir ab, bevor Sie einen Cent ausgeben. Ein Betrieb pro Fachrichtung und Gebiet.
Was im Erstgespräch passiert