Vakanzkosten im Maschinenbau berechnen: was die offene Stelle wirklich kostet
Bei einem Faktor von drei übersteigt die Vakanz nach 120 Tagen ein volles Jahresgehalt. Im Service kommt etwas dazu, das in keiner Kostenstelle auftaucht – und teurer ist.
Bei einem Faktor von drei übersteigt die Vakanz nach 120 Tagen ein volles Jahresgehalt. Im Service kommt etwas dazu, das in keiner Kostenstelle auftaucht – und teurer ist.
Vakanzkosten sind der Betrag, den eine unbesetzte Stelle kostet, solange sie unbesetzt ist. Die gängige Berechnung ist einfach: Vakanzdauer in Tagen × Tageswertschöpfung der Position. Als Untergrenze der Wertschöpfung wird dabei das Gehalt der Stelle angesetzt – wer eine Position bezahlt, erwartet mindestens diesen Wertbeitrag.
Diese Rechnung ist bewusst konservativ. In der Praxis liegen die tatsächlichen Vakanzkosten laut gängiger Faustformel beim Zwei- bis Vierfachen der direkten Personalkosten, weil Überstunden, Entscheidungsstau, Produktivitätsverluste und entgangener Umsatz dazukommen. Und eine zweite Faustformel aus der Praxis sagt: Bei einem Vakanzkostenfaktor von drei – dem Mittel der gängigen Spanne von zwei bis vier – übersteigen die Vakanzkosten einer Position nach rund 120 Tagen Leerstand ein volles Bruttojahresgehalt.
Bei einer durchschnittlichen Vakanzzeit von 168 Tagen für Fachpositionen im deutschen Maschinenbau (VDMA) ist dieser Punkt also nicht der Ausnahmefall. Er ist der Regelfall.
Nehmen wir einen Servicetechniker mit 3.369 Euro brutto im Monat – dem Durchschnitt für Servicetechniker im Außendienst.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Monatlicher Wertbeitrag (Untergrenze) | Bruttogehalt | 3.369 € |
| 2. Vakanzdauer | 168 Tage ≈ 5,6 Monate | 5,6 |
| 3. Vakanzkosten je Stelle | 3.369 € × 5,6 | rund 18.900 € |
| 4. Bei drei parallel offenen Stellen | × 3 | rund 56.700 € |
| 5. Praxisnaher Korridor (Faktor 2 bis 4) | × 2 bis × 4 | 37.800 bis 75.600 € je Stelle |
Schritt 5 ist der ehrliche Teil. Die 18.900 Euro sind die Zahl, die Sie gegen jede Prüfung verteidigen können. Der reale Betrag liegt darüber – nur lässt er sich nicht seriös auf den Euro genau angeben, weshalb wir mit der Untergrenze arbeiten.
Mit Ihren eigenen Zahlen können Sie das im Vakanzrechner durchrechnen: Rolle, Ihr Gehalt, Ihre Vakanzdauer, Ihre Stellenzahl.
Die Gehaltsrechnung behandelt jede Stelle gleich. Für die Fertigung ist das vertretbar, für den Service falsch – im Maschinen- und Anlagenbau wie im technischen Anlagenservice.
Nach der Deloitte-Analyse zur Service Performance liefert der Service typischerweise 30 Prozent des Gesamtgewinns, bei wartungsintensiven Anlagen 50 Prozent und mehr. Und die Servicequalität entscheidet zu 50 Prozent über die Investitionsentscheidung des Kunden – so viel wie Produktqualität und Preis zusammen.
Daraus folgen vier Kostenarten, die in keiner Standardformel auftauchen:
Die Rechnung wird erst dann handlungsleitend, wenn man sie neben die Alternativen legt.
| Posten | Größenordnung | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Vakanzkosten, konservativ gerechnet | rund 18.900 € je Stelle | je Vakanz |
| Vermittlungshonorar (22 % von 40.400 €) | rund 8.900 € | je Besetzung |
| Zeitarbeit (Faktor 1,5–2,0) | laufend, unbefristet | dauerhaft |
| Retainer-Agentur | monatlich | dauerhaft |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die Vakanz ist in der Regel teurer als die Besetzung – schnell besetzen schlägt günstig besetzen. Zweitens: Alle Alternativen sind wiederkehrende Posten, während der Aufbau eines eigenen Systems einmalig ist. Wo genau die Schwelle liegt, steht in „Inhouse-Recruiting oder Agentur“.
Der Zweck dieser Rechnung ist nicht, eine große Zahl zu erzeugen. Er ist, die Diskussion zu verschieben: weg von „Was kostet die Besetzung“ hin zu „Was kostet das Warten“. In den meisten Betrieben ändert das die Reihenfolge der Entscheidungen.
Warum die Stelle überhaupt so lange offen bleibt, steht in „Servicetechniker finden“.
Ein Servicetechniker im Außendienst, besetzt in vierzehn Tagen. Ein Zerspaner-Betrieb mit drei Kandidaten für zwei Stellen im ersten Monat. Keine Wunderpille – ein System, das danach im Betrieb bleibt. Im Machbarkeits-Check prüfen wir, ob Ihre Stelle in Ihrem Einzugsgebiet besetzbar ist. Passt es nicht, sagen wir ab, bevor Sie einen Cent ausgeben. Ein Betrieb pro Fachrichtung und Gebiet.
Was im Erstgespräch passiert