Ein Personalvermittler kostet im deutschen Markt zwischen 15 und 25 Prozent des Bruttojahresgehalts; der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen ausgewiesene durchschnittliche Honorarsatz liegt bei 27,8 Prozent. Für Fachkräfte liegt die Spanne meist bei 15 bis 18 Prozent, im mittleren Management bei 20 bis 25 Prozent.
Das ist die Zahl, die in jedem Angebot steht. Sie ist nicht das Problem. Das Problem ist die Zahl daneben: wie oft Sie sie zahlen.
Die Rechnung für eine Stelle
Nehmen wir einen Servicetechniker. Der Durchschnitt für Servicetechniker im Außendienst liegt bei rund 3.369 Euro brutto im Monat, die Spanne reicht von 2.734 bis 4.177 Euro – macht überschlägig 40.400 Euro im Jahr.
Für eine dringende Einzelbesetzung ist das eine vertretbare Rechnung – gerade gemessen an den Vakanzkosten, die bei 168 Tagen durchschnittlicher Vakanzzeit im Maschinenbau anlaufen. Wer eine einzelne Schlüsselstelle schnell besetzen muss und keine eigene Struktur hat, fährt mit einem Vermittler in der Regel besser als mit einer Anzeige.
Das sagen wir ausdrücklich, weil es der Punkt ist, an dem die meisten Vergleichsartikel unehrlich werden.
Die Rechnung für einen Betrieb
Der Maschinen- und Anlagenbauer oder technische Servicebetrieb mit 150 Mitarbeitern besetzt keine Stelle. Er besetzt acht bis zwölf technische Stellen im Jahr – bei 10 bis 15 Prozent Fluktuation in gewerblich-technischen Rollen ist das der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Die Zahlen gelten für Servicetechniker-Niveau. Bei Meistern, Technikern oder Projektleitern mit höherem Gehalt und höherem Honorarsatz verschieben sie sich nach oben.
Und in dieser Tabelle fehlt noch der eigentliche Punkt: Nach fünf Jahren und einer halben Million Euro hat der Betrieb nichts, das ihm bei der nächsten Stelle hilft. Kein Anzeigenkonto, keine Zielgruppen, keine Bewerberdatenbank, keine Texte, keine Erkenntnis darüber, welche Ansprache in seiner Region funktioniert. Die nächste Vakanz beginnt bei null.
Was Sie beim Vermittler kaufen – und was nicht
Sie kaufen: einen Kopf, schnell, mit Zugriff auf ein bestehendes Netzwerk und meist mit einer Nachbesetzungsgarantie für einige Monate.
Sie kaufen nicht: die Fähigkeit, es beim nächsten Mal selbst zu tun. Das ist keine Kritik am Geschäftsmodell – es ist das Geschäftsmodell. Ein Vermittler, der Sie unabhängig macht, hat einen Kunden weniger.
Dasselbe gilt für die drei anderen Wege, die im Maschinenbau und im technischen Service üblich sind:
- Zeitarbeit: Kalkulationsfaktor branchenüblich 1,5 bis 2,0 auf den Stundenlohn, unbefristet. Der Mensch gehört nie Ihrem Betrieb – im Wartungsvertrag mit fester Reaktionszeit ein eigenes Problem. Mehr dazu in „Zeitarbeit im Servicegeschäft“.
- Agentur auf Retainer: monatliche Gebühr ohne Endpunkt. Anzeigenkonto, Zielgruppen und Bewerberdaten liegen bei der Agentur; Kündigung heißt zurück auf Feld eins.
- Kampagnenanbieter je Stelle: eine Stelle, eine Kampagne, danach von vorn. Berichtet wird in Bewerbungszahlen – bei einer Rolle mit langer Einarbeitung ist Menge aber ein Kostenfaktor, kein Ergebnis.
Ab wann sich ein eigenes System rechnet
Die Schwelle liegt erfahrungsgemäß bei etwa fünf Einstellungen im Jahr. Bei 10 bis 15 Prozent Fluktuation in gewerblich-technischen Rollen entspricht das rund 50 Mitarbeitern – genau die Untergrenze, ab der ein eigenes Recruiting-System überhaupt sinnvoll wird.
Darunter ist ein Vermittler in der Regel die günstigere Rechnung. Wer zwei Techniker im Jahr einstellt, lastet kein System aus und sollte keines bauen; die Unabhängigkeit ist den Aufbau dann nur wert, wenn sie aus anderen Gründen wichtig ist – etwa weil ein Standort neu aufgebaut wird oder eine Altersstruktur absehbar mehrere Abgänge auf einmal produziert.
Darüber kehrt sich die Rechnung um, und zwar dauerhaft: Der Aufbau ist eine einmalige Investition, das Honorar ist ein wiederkehrender Posten. Der Schnittpunkt liegt je nach Gehaltsniveau und Rollenzahl im ersten bis zweiten Jahr.
Der ehrliche Vergleich
Was Ihre eigene Vakanz kostet, können Sie im Vakanzrechner mit Ihren Zahlen nachrechnen. Und wie ein System aussieht, das nach dem Aufbau Ihrem Betrieb gehört, steht auf der Seite zum Inhouse-Recruiting-System.