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Reinigungsfirma gründen: die Reihenfolge, die Geld spart

Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft, erste Objekte. Was zwingend ist, was warten kann – und der Fehler, der viele Gründungen im ersten Jahr teuer macht.

In der Gebäudereinigung kann man mit wenig Kapital anfangen. Umso mehr entscheidet die Reihenfolge der ersten Schritte darüber, ob das zweite Jahr kommt.

Zulassungsfrei, aber eintragungspflichtig

Das Gebäudereiniger-Handwerk steht in Anlage B der Handwerksordnung: Sie brauchen keinen Meisterbrief, müssen den Betrieb aber bei der Handwerkskammer in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke eintragen lassen. Die Eintragung ist eine Formalie mit Gebühr, keine Prüfung.

Anders sieht es aus, sobald Sie Tätigkeiten anbieten, die in ein zulassungspflichtiges Handwerk fallen – etwa Arbeiten an der Gebäudehülle, die über Reinigung hinausgehen. Die Abgrenzung klärt die Kammer vorab und kostenlos; ein Anruf spart im Zweifel eine Untersagungsverfügung.

Die Reihenfolge, die Geld spart

  1. Gewerbeanmeldung und Eintrag bei der Handwerkskammer. Beides in derselben Woche, sonst fehlt Ihnen für das Erste die Grundlage.
  2. Berufsgenossenschaft BG BAU. Die Anmeldung ist Pflicht und muss binnen einer Woche nach Aufnahme der Tätigkeit erfolgen – auch ohne Beschäftigte.
  3. Betriebshaftpflicht. Vor dem ersten Objekt, nicht nach dem ersten Schaden. Ein Wasserschaden in einem fremden Büro ist mit dem Jahresgewinn eines Kleinbetriebs nicht bezahlt.
  4. Geschäftskonto und Buchhaltung. Getrennt vom privaten, ab dem ersten Tag.
  5. Erste Objekte. Erst jetzt – weil ein Auftrag, den Sie ohne Haftpflicht annehmen, Ihr größtes Risiko ist.
  6. Auffindbarkeit. Google-Unternehmensprofil mit der richtigen Kategorie, eine Seite mit den Leistungsarten einzeln. Das braucht Wochen, bis es trägt, und kostet nichts außer der Arbeit – deshalb fängt man damit früh an und nicht, wenn der Kalender leer ist.

Was es zu Beginn kostet

PositionGrößenordnung
Gewerbeanmeldung und Eintrag bei der Handwerkskammereinmalig, niedrig dreistellig
Beitrag Handwerkskammerjährlich, nach Ertrag gestaffelt
Berufsgenossenschaftjährlich, nach Lohnsumme
Betriebshaftpflichtjährlich, mittleres bis hohes dreistelliges Feld
Grundausstattung Maschinen und Materialein- bis niedrig vierstellig
Fahrzeugdie größte Position – gebraucht kaufen, nicht leasen

Wir nennen keine festen Beträge, weil sie regional und nach Betriebsgröße auseinandergehen. Die Reihenfolge der Größenordnungen stimmt aber: Das Fahrzeug ist teurer als alles andere zusammen – und wird gern zu groß gekauft.

Der Fehler, der das erste Jahr teuer macht

Zu billig anbieten, um überhaupt anzufangen.

Das klingt nach einer vertretbaren Anlaufinvestition und ist eine Falle mit zwei Wänden. Erstens: Ein Objekt, das Sie unter Ihrem Selbstkostensatz übernommen haben, lässt sich nicht nachverhandeln – der Auftraggeber kennt jetzt einen Preis. Zweitens: Wenn Sie wachsen und Personal einstellen, gilt der Branchenmindestlohn, und dann rechnet sich der Auftrag, den Sie selbst noch gefahren haben, überhaupt nicht mehr.

Rechnen Sie von Anfang an mit dem Stundensatz, den Sie mit angestellter Kraft brauchen würden – auch wenn Sie die erste Zeit selbst putzen. Sonst gründen Sie einen Arbeitsplatz, keinen Betrieb.

Woher die ersten Objekte kommen

In dieser Reihenfolge, weil sie nach Aufwand sortiert ist:

  • Der eigene Umkreis. Praxis, Kanzlei, Autohaus, Fitnessstudio im Ort – kleine Objekte, kurze Wege, sofortige Entscheidung.
  • Subaufträge von größeren Dienstleistern. Füllt den Kalender sofort, bezahlt schlecht, und man sollte wissen, worauf man sich einlässt.
  • Hausverwaltungen. Ein starker Kanal mit dem längsten Anlauf: Kontakt aufbauen und alle paar Wochen melden, bis der bisherige Dienstleister einen Fehler macht.
  • Gefunden werden. Wer sein Google-Profil pflegt und eine Seite hat, auf der die Leistungen einzeln stehen, bekommt genau die Anfragen, um die niemand mitbietet.

Weiterlesen: die vier Wege zu Aufträgen im Detail · was als Subunternehmer übrig bleibt · und wie Sie Ihren Satz rechnen.


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Der nächste Schritt

Drei Betriebe stehen vor Ihnen. Keiner davon arbeitet besser.

Wer in Ihrem Ort sucht, sieht eine Handvoll Namen. Steht Ihrer nicht darunter, ist der Auftrag vergeben, bevor Sie davon erfahren. Im Gespräch sagen wir Ihnen, woran es liegt.

Was in dem Gespräch passiert

  1. Vorher sehen wir nach, wo Sie bei Google und auf der Karte stehen, wer in Ihrem Ort stattdessen genannt wird und was ein Suchender auf Ihrer Seite beantwortet bekommt.
  2. Im Termin gehen wir das zusammen durch – an Ihrer Seite, nicht an Folien. Sie sehen, welche Anfragen Ihnen heute durchgehen und warum.
  3. Am Ende steht, was zu tun ist, in welcher Reihenfolge, und was es kostet. Trägt es sich bei Ihnen nicht, sagen wir ab – das kommt vor.
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