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Gebäudereinigung kalkulieren: der Stunden­verrechnungs­satz von unten

Wer über den Quadratmeterpreis rechnet, rechnet sich arm. Der Weg über Lohnkosten, Leistungswert und Gemeinkosten – mit dem Punkt, an dem Sie ablehnen sollten.

Viele Angebote in der Gebäudereinigung entstehen rückwärts: Man schätzt, was der Auftraggeber zahlen will, und rechnet sich dann eine Stundenzahl zurecht, die dazu passt. Das geht eine Weile gut und endet an dem Tag, an dem ein Mitarbeiter krank wird und die Vertretung den Objektpreis auffrisst.

Der Weg von unten dauert zwanzig Minuten länger und sagt Ihnen, wo Ihre Grenze liegt.

Schritt 1: Was eine Stunde Sie kostet

Nicht der Stundenlohn. Der Lohn ist der kleinere Teil.

PositionBeispiel
Bruttolohn (Branchenmindestlohn 2026, Lohngruppe 1)15,00 €
Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (~21 %)3,15 €
Umlagen, Berufsgenossenschaft0,45 €
Bezahlte Nichtarbeitszeit: Urlaub, Feiertage, Krankheit4,94 €
Kosten je geleisteter Stunde23,54 €

Die vierte Zeile fehlt in vielen Kalkulationen. Dreißig Urlaubstage, Feiertage und ein realistischer Krankenstand bedeuten, dass eine Kraft im Jahr rund 1.650 statt 2.088 Stunden am Objekt steht. Wer mit 2.088 rechnet, rechnet mit 26 % Arbeitszeit, die es nicht gibt.

Die Zahlen oben sind ein Beispiel. Ihre eigenen holen Sie aus der Lohnbuchhaltung des Vorjahres – Gesamtpersonalkosten geteilt durch tatsächlich am Objekt geleistete Stunden. Diese eine Zahl trägt die ganze Kalkulation.

Schritt 2: Gemeinkosten und Gewinn

Auf die Kosten je Stunde kommt, was nicht am Objekt entsteht: Fahrzeuge, Maschinen, Material, Büro, Versicherungen, Ihre eigene Arbeitszeit für Angebote und Abrechnung. Wie hoch dieser Zuschlag ist, hängt vor allem am Fuhrpark – Ihre Zahl steht in der Buchhaltung.

Plus Gewinn. Nicht „was übrig bleibt", sondern eine eigene Position, aus der auch Ersatzinvestitionen bezahlt werden.

Aus 23,54 € werden im Beispiel mit 24 % Gemeinkosten und 10 % Gewinn rund 32,11 € Stundenverrechnungssatz. Das ist der Preis, unter dem Sie nicht anbieten – unabhängig davon, was der Wettbewerb macht.

Schritt 3: Der Leistungswert

Jetzt erst kommt die Fläche. Der Leistungswert sagt, wie viele Quadratmeter eine Kraft in einer Stunde schafft. Er hängt an der Art der Fläche, nicht an gutem Willen:

FlächeGrößenordnung m²/Stunde
Großraumbüro, freie Fläche250–400
Zellenbüro mit Möblierung150–250
Treppenhaus120–200
Sanitärbereich60–110
Bauendreinigung25–60

Die Spannen sind breit, weil Möblierungsgrad, Bodenbelag und Verschmutzung stärker wirken als alles andere. Deshalb ist eine Objektbegehung keine Höflichkeit, sondern der Punkt, an dem Ihre Kalkulation entweder stimmt oder nicht.

Ein Objekt mit 900 m² Zellenbüro bei 200 m²/Stunde braucht 4,5 Stunden. Mal 32,11 € ergibt 144,50 € je Durchgang. Bei fünf Durchgängen in der Woche sind das rund 3.100 € im Monat.

Warum der Quadratmeterpreis in die Irre führt

„3,20 € pro Quadratmeter im Monat" klingt nach einem Preis und ist ein Ergebnis. Dieselbe Zahl bedeutet bei fünf Durchgängen pro Woche etwas völlig anderes als bei zwei – und in einem Sanitärbereich etwas anderes als im Flur.

Wer über den Quadratmeterpreis verhandelt, verhandelt eine Zahl ohne Bezug. Wer über Leistungswert und Durchgänge spricht, kann nachgeben, ohne sich zu schaden: eine Reinigung weniger pro Woche ist ein echtes Zugeständnis, zehn Cent weniger pro Quadratmeter ist Substanzverlust.

Wann Sie ablehnen sollten

Wenn der geforderte Preis nur aufgeht, indem Sie den Leistungswert über Ihren Erfahrungswert schreiben. Das ist kein scharf kalkuliertes Angebot, sondern eine Reklamation mit Vorlauf. Die Fläche wird nicht sauber, der Auftraggeber mahnt ab, und Sie verlieren das Objekt nach einem halben Jahr – samt Anlaufkosten, die Sie nie wieder hereinholen.

Ein Auftrag, den Sie zum eigenen Satz nicht bekommen, ist billiger als einer, den Sie darunter gewinnen.

Weiterlesen: woher die Aufträge kommen · was als Subunternehmer übrig bleibt · wie wir Reinigungsunternehmen sichtbar machen.


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